Fotos: photowahn, Gerhard Seybert, B. Wylezich, Steffen Eichner - alle fotolia.com

  • Alkohol/Drogen

Ein Rückfall kann einen Alkoholiker sofort wieder die Fahrerlaubnis kosten

Nicht immer kommt es auf die Höhe der Alkoholkonzentration an, wenn es um die Fahrerlaubnis geht. Erleidet ein Alkoholiker einen Rückfall, genügt alleine schon der Beleg, dass er erneut Alkohol getrunken hat, dass ihm die Eignung zum Führen eines Kraftfahrzeuges fehlt. Das ergibt sich aus einem Beschluss des Oberverwaltungsgerichts (OVG) Lüneburg (OVG Lüneburg, 24.07.2014, Az.: 12 ME 105/14).

 

Der Antragsteller hatte eine ausgeprägte Alkoholvorgeschichte, in deren Verlauf ihm von einem Gutachter Gammaalkoholismus bestätigt worden war. Es gab Anzeigen der psychischen Abhängigkeit, jedoch keine körperlichen Veränderungen, die das Führen eines Kraftfahrzeuges infrage gestellt hätten. Daraufhin – sowie nach einer erneuten Kontrolle nach einem Jahr – durfte der Mann seine Fahrerlaubnis behalten.

2013 war der Antragsteller an einem Unfall beteiligt. Bei ihm wurde Alkoholgeruch festgestellt. Die anschließende Messung und die Blutprobe ergaben jedoch widersprüchliche Ergebnisse. Gleichwohl wollte die Fahrerlaubnisbehörde dem Mann die Fahrerlaubnis entziehen. Hiergegen begehrte der Antragsteller vorläufigen Rechtsschutz.

Das OVG stufte den festgestellten Alkoholismus zusammen mit der Alkoholfahrt jedoch als ausreichend für die Entziehung der Fahrerlaubnis ein. Nach der Entscheidung kann der Antragsteller erst dann wieder eine Fahrerlaubnis erhalten, wenn er ein positives Gutachten vorlegt, was faktisch bedeutet , dass er sich einer Entwöhnungsbehandlung unterziehen muss und ihm aufgrund dieser eine stabile Abstinenz bescheinigt wird.