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Alkohol und Cannabis: Eine gefährliche Kombination für die Fahrerlaubnis

Cannabiskonsum führt schnell zum Entzug der Fahrerlaubnis, wenn keine Trennung zwischen Konsum und Fahren erfolgt. Das gilt auch bei gelegentlichem Konsum, wenn zusätzlich der Genuss von Alkohol oder anderen psychoaktiv wirkenden Stoffen festgestellt wird. Das ergibt sich aus einer Entscheidung des Veraltungsgerichts Trier, mit der dieses eine Entziehung der Fahrerlaubnis durch die Fahrerlaubnisbehörde bestätigte (VG Trier, Urteil vom 30.01.2017, Az.: 1 K2124/16.TR).

Der betroffene Fahrer war von der Polizei im Rahmen einer Verkehrskontrolle gestoppt worden. Die Atemalkoholkontrolle ergab einen Atemalkoholwert von 0,8 Promille. Eine rund zwei Stunden später durchgeführte Blutprobe ergab eine Blutalkoholkonzentration von 0,45 Promille, einen THC-Wert von 2,3 ng/ml und einen THC-Carbonsäurewert von 46 ng/ml. Der Fahrer argumentierte daraufhin, er konsumiere keine Drogen, habe aber vor einer Woche bei einer Party mehrmals an einer Pfeife mit Kräutermischungen gezogen. Ihm sei nicht bewusst gewesen, dass sich in dieser Mischung Cannabis befunden habe.

Die Fahrerlaubnisbehörden entzog dem Fahrer daraufhin die Fahrerlaubnis. Und auch das Verwaltungsgericht attestierte ihm, zumindest gelegentlicher Cannabiskonsument zu sein. Durch den zusätzlichen Gebrauch von Alkohol liege ein die Fahreignung ausschließender Mischkonsum vor. Aus diesem Grund bestätigte das Gericht die Fahrerlaubnisentziehung. Es verwies insofern auf anerkannte gerichtsmedizinische Erkenntnisse, nach denen der Wirkstoff THC nach einem Einzelkonsum im Blutserum nur vier bis sechs Stunden nachweisbar ist und sich diese Spanne erst bei wiederholtem bzw. regelmäßigem Konsum auf gelegentlich über 24 Stunden verlängert. Darauf basierend war es für das Gericht nicht möglich, dass der einmalige Konsum vor einer Woche den Wert von 2,3 ng/ml verursacht haben konnte.

Nach geltender Rechtsprechung kann bei einem Grenzwert der THC-Carbonsäurekonzentration von mehr als 10 ng/ml von einem gelegentlichen Konsum ausgegangen werde. Der Kläger lag mit 46 ng/ml deutlich darüber. Außerdem hatte er zusätzlich Alkohol zu sich genommen. Für das Gericht stand damit fest, dass der den Cannabis-Konsum und das Fahren nicht trennen kann.