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Kuriose Geschichten schützen nicht vor dem Entzug der Fahrerlaubnis

Der Amphetaminwert bei einer Verkehrskontrolle hatte bei 450 ng/ml gelegen, ein Gutachten die Aufnahme von Amphetaminen bestätigt. Und gleichwohl behauptetet der Führerscheininhaber, nie selbst Drogen zu sich genommen zu haben. Seine Story: Sein krebskranker Bruder hatte sich Getränke zur Schmerzlinderung zubereitet und davon habe er wohl versehentlich eines getrunken. Das fand das Verwaltungsgericht (VG) Neustadt nicht wirklich glaubwürdig und versagte dem Mann den vorläufigen Rechtsschutz gegen die Entziehung seiner Fahrerlaubnis (VG Neustadt, Beschluss vom 22.Juni 2016, Az.: 1 L 405/16.NW).

Amphetamine zählen zu den harten Drogen – mit der Konsequenz, dass ein Konsument bereits bei einem einmaligen Konsum als ungeeignet zum Führen von Kraftfahrzeugen eingestuft wird. So erging es auch dem Betroffenen. Die Fahrerlaubnisbehörde entzog ihm mit sofortiger Wirkung die Fahrerlaubnis, nachdem er bei einer Verkehrskontrolle aufgefallen war.

Der Antragsteller verwies jedoch darauf, er habe möglicherweise ein Getränk seines Bruders getrunken. Dieser habe, da krebskrank, Getränke zwecks Schmerzlinderung mit Amphetaminen gemischt. Das erschien dem Gericht jedoch wenig glaubhaft, zumal der Bruder bereits drei Monate zuvor verstorben war. Denn es hätte bedeutet, dass der Antragsteller Cola aus einer Flasche zu sich genommen hätte, sie sein Bruder mindestens drei Monate zuvor geöffnet und mit Amphetaminen angereichert hatte. Die Richter konnten sich nicht vorstellen, dass eine solche Cola noch genießbar gewesen sein soll.

Hinzu kam ein weiteres Indiz, das Zweifel an der Glaubwürdigkeit des angeblich nicht Drogen konsumierenden Antragsteller aufkommen ließ. Bei der Blutentnahme waren fluoreszierende Anhaftungen in der Nase festgestellt worden, für die der Antragsteller keinerlei Erklärung liefern konnte.