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Raser büßt Tempoverstoß in der Schweiz mit 200.000 Euro


Verkehrsdelikte in der Schweiz können teuer werden. Bei schweren Tempoverstößen greift nicht der Bußgeldkatalog, sondern werden vom Gericht deliktsangemessene Tagessätze verhängt. Zur Ermittlung der Tagessatzhöhe wird auch das Vermögen herangezogen. Ein Tagessatz kann bis zu 3.000 Franken (knapp 2.000 Euro) betragen.

Wie Schweizer Medien berichteten, wurde der Fahrer eines Ferrari Testarossa von der Polizei innerorts mit knapp 100 Stundenkilometern und außerorts in einem Tempo-80-Bereich mit 137 Stundenkilometern gemessen. In der ersten Instanz wurde der 53-jährige zu 30 Tagessätzen von jeweils 3.000 Franken verurteilt. Dagegen legte der anscheinend schon öfter mit den Verkehrsregeln in Konflikt geratene Mann Berufung ein und berief sich dabei auf eine - nicht bestehende - diplomatische Immunität.

Das Berufungsgericht verminderte die Tagessatzhöhe zwar auf 2.300 Franken, doch erhöhte es die Anzahl der verhängten Tagessätze auf 130. Der Multimillionär muss nun 299.000 Franken statt 90.000 zahlen. Immerhin wurde die Hälfte der Geldstrafe zur Bewährung ausgesetzt.

In der Schweiz werden zur Ermittlung der Tagessätze die Einkommens- und Vermögensverhältnisse herangezogen. Das Vermögen des Schweizers schätzte das Gericht auf etwas über 23 Millionen Franken.