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Verkehrsunfall bringt zahlreiche Pflichten mit sich


Wer in einen Verkehrsunfall verwickelt wird, hat eine Reihe von Pflichten zu beachten. Alle Beteiligten - dass heißt jeder, der in irgendeiner Weise zum Unfallgeschehen beigetragen hat - wird durch § 34 der Straßenverkehrsordnung StVO zu zahlreichen Sofortmaßnahmen verpflichtet.

Das fängt bereits damit an, das umgehend angehalten werden muss. Wer dies nicht tut, macht sich unter Umständen bereits einer Verkehrsunfallflucht strafbar. Schon die Weiterfahrt über eine sehr kurze Strecke kann dabei ausreichen. Unmittelbar nach dem Anhalten sollten Maßnahmen zur Sicherung des Verkehrs getroffen werden. Handelt es sich um einen Bagatellschaden, muss unverzüglich an die Seite gefahren werden, um beispielsweise einen Rückstau zu vermeiden. Danach gilt es, sich einen Überblick über die Unfallfolgen zu verschaffen, um mit der Erstversorgung von Verletzten beginnen zu können. Wer dies nicht tut, riskiert, sich der Unterlassenen Hilfeleistung gemäß § 323c StGB schuldig zu machen.

Auch wenn alle Sofortmaßnahmen berücksichtigt wurden, kann sich ein Beteiligter noch lange nicht auf den Weg nach Hause machen. Er muss solange am Ort des Geschehens bleiben, bis sichergestellt ist, dass alle in das Geschehen Involvierten über sein Mitwirken informiert sind. Niemand ist dabei jedoch verpflichtet, Angaben zum Unfallhergang zu machen - geschweige denn, ein Schuldeingeständnis auszusprechen. Es sollte nur das Nötigste mitgeteilt werden. Dazu zählen etwa Angaben zu Personalien und Haftpflichtversicherung, sowie das Vorzeigen von Führerschein und Fahrzeugpapieren.

Ist niemand zur Aufnahme des Unfalls vor Ort, so stellt auch dies keinen Freibrief für die Heimfahrt dar. Vielmehr muss eine angemessene Zeit am Unfallort gewartet werden. Taucht auch nach längerer Zeit kein Geschädigter auf, so ist es ratsam, umgehend zur nächsten Polizeidienststelle zu fahren, um den Unfall zu melden. Unter Umständen kann ein Beteiligter den Unfallort berechtigterweise vorzeitig verlassen. Dies gilt etwa, wenn zeitnahe Ärztliche Versorgung nötig ist. Dann ist er jedoch dazu verpflichtet, seine Personalien und die Unfallbeteiligung nachträglich bei der Polizei zu melden.

Aufräumarbeiten an der Unfallstelle sollten hingegen in jedem Fall vermieden werden, wenn diese über die geforderten Sofortmaßnahmen zur Sicherung des Verkehrs hinausgehen. Dies gilt vor allem, solange die Polizei den Unfall noch nicht aufgenommen hat. Die Beamten müssen alle Umstände des Unfallhergangs feststellen können. Wer Unfallspuren beseitigt, geht das Risiko ein, die polizeiliche Aufnahme zu behindern. Eine Rekonstruktion des Unfallhergangs und die Klärung der Schuldfrage wären damit nicht mehr möglich. Im Ergebnis stünde ein oft langwieriger Rechtsstreit durch alle Instanzen an. Und das wünscht sich schließlich niemand.