Fotos: photowahn, Gerhard Seybert, B. Wylezich, Steffen Eichner - alle fotolia.com

Entzug der Fahrerlaubnis aufgrund nachgewiesener Alkohol­ab­hängigkeit

Man braucht nicht am Straßenverkehr teilzunehmen, um wegen einer nachgewiesenen Alkoholabhängigkeit die Fahrerlaubnis zu verlieren. So hat das Verwaltungsgericht (VG) Neustadt den Entzug einer Fahrerlaubnis bestätigt, nachdem ein Mann von der Polizei mit einer Atemalkoholkonzentration von 2,37 Promille in seiner Wohnung angetroffen worden war und ihm daraufhin ein Gutachter eine Alkoholabhängigkeit bescheinigt hatte (VG Neustadt, Beschluss vom 28. September 2016, Az.: 1 L 784/16NW).

Der Mann hatte eine Woche lang täglich gut einen halben Liter Wodka und einen halben Liter Radler getrunken, ohne in dieser Zeit etwas gegessen zu haben. Als die Kreisverwaltung von der Atemalkoholkonzentration erfuhr, forderte sie von dem Mann, bei dem bereits drei Jahre zuvor eine Alkoholabhängigkeit festgestellt worden war, ein Gutachten einer anerkannten Begutachtungsstelle für die Fahreignung an. Dieses Gutachten bescheinigte erneut eine Alkoholabhängigkeit.

Daraufhin entzog die Kreisverwaltung dem Mann mit sofortiger Wirkung die Fahrerlaubnis. Zu Recht, wie das Verwaltungsgericht im Eilverfahren bestätigte. Das Gericht stellte klar, dass eine Fahrerlaubnisentziehung nicht die aktive Teilnahme am Straßenverkehr voraussetzt, sondern sie auch bei einer manifestierten Alkoholabhängigkeit erfolgen kann. Die Bewertung des Gutachters war aus Sicht des Gerichts nicht zu beanstanden.