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USA-Führerschein: Die deutsche Probezeit beginnt mit der endgültigen Fahrerlaubnis

Wird der Führerschein im Ausland erworben, stellt sich die Frage, was der maßgebliche Zeitpunkt für den Beginn der deutschen Probezeit ist. Das hat das Verwaltungsgericht (VG) Münster für einen in Alabama/USA erworbenen Führerschein geklärt. Danach beginnt die deutsche Probezeit erst mit dem Zeitpunkt, zu dem die endgültige US-Fahrerlaubnis erteilt worden ist und nicht schon mit der im Ausland erteilten Erlaubnis zum Begleiteten Fahren (VG Münster, Beschluss vom 15.08.2016; Az: 10 L 1070/16).

Ein Fahranfänger, der den Führerschein in Alabama/USA erworben hatte, war in Deutschland am 13. Februar 2016 bei einer Geschwindigkeitsüberschreitung erwischt worden, die ihm einen Punkt in Flensburg eingebracht hatte. Wäre er noch in der Probezeit gewesen, hätte ihm dieses zugleich die Anordnung eingebracht, an einem Aufbauseminar teilnehmen zu müssen. Damit stellte sich die Frage, ob die deutsche Probezeit für ihn mit der am 13. August 2013 in den USA erlangten Erlaubnis zum Begleiteten Fahren oder mit dem endgültigen Erwerb des US-Führerscheins am 5. März 2014 begonnen hatte.

Das VG Münster bestätigte die Anordnung der Teilnahme an einem Aufbauseminar. Es erläuterte, dass der amerikanische Lernführerschein, also die dortige Erlaubnis zum Beleiteten Fahren, nicht der deutschen Berechtigung zum Begleiteten Fahren entspricht. Denn anders als in Deutschland gibt es in Alabama/USA keine Unterrichtung durch Fahrschulen und auch keine praktische Prüfung. Vielmehr genügt es, wenn der Führerscheinaspirant in einer Prüfung nachweist, dass er die örtlichen Verkehrsregeln kennt. Das Gericht stellte daher für die Probezeit auf den endgültigen Erwerb der Fahrerlaubnis ab.