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Schulung kann Sperrfrist beim Führerschein verkürzen


Wer den Führerschein wegen einer Alkoholfahrt verloren hat, sollte nicht verzagen sondern sofort hart an sich arbeiten. Denn neue Tatsachen, die erkennen lassen, dass der Verurteilte wieder das für einen Kraftfahrer notwendige Verantwortungsbewusstsein erlangt hat, können die Wartezeit auf die Fahrerlaubnis abkürzen.

Grund für eine Sperrzeit ist die Prognose, dass der Täter in absehbarer Zeit als Kraftfahrer eine Gefährdung für die Allgemeinheit darstellen könnte. Absolviert er freiwillig eine geeignete psychologische Nachschulung oder nimmt an einer Verkehrstherapie teil, kann das seine Verantwortungslosigkeit widerlegen. Beschuldigte sollten daher bereits während des Strafverfahrens freiwillig Nachschulungsmaßnahmen besuchen. Damit erhält der Verteidiger eine Handhabe, eventuell eine um mehrere Monate geringere Fahrerlaubnissperre oder eine geringere Geldstrafe erzielen zu können.

Dieses ist zwar nur eine Chance – jedoch sollten Betroffene sie nicht ungenutzt verstreichen lassen. Gerade hat das Oberlandesgericht Hamm noch einmal deutlich gemacht, dass es sich bei der Regelung, die Sperrfrist abkürzen zu können, um eine Ausnahmeregelung handelt, so dass jeder Einzelfall sehr genau geprüft werden muss. Entsprechend gut sollten sich Beschuldigte zusammen mit ihrem Anwalt im Verfahren vorbereiten.

Weiterer Vorteil der freiwilligen Schulung: Wer vor der Neu-Erteilung der Fahrerlaubnis noch zur Medizinisch-Psychologischen Untersuchung (MPU) muss, kann sich eine längere Vorenthaltung des Führerscheins im Wiedererteilungsverfahren ersparen. Denn oft wird darin zusätzlich ein psychologisches Aufbauseminar oder – ab etwa 2,0 Promille obligatorisch – eine Verkehrstherapie verlangt. Dieser Teil könnte dann entfallen.