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  • Fahrverbot

Alles zum Fahrverbot Teil II


Nach dem Genuss von Alkohol ist regelmäßig ab einem Blutalkoholwert von 1,1 Promille für mindestens sechs Monate Schluss mit dem Autofahren. Aber auch schon mit einem Blutalkoholwert von 0,3 Promille wird in bestimmten Fällen die Fahrerlaubnis entzogen. Kommen nämlich alkoholbedingte Fahrfehler oder Anzeichen von Fahruntüchtigkeit hinzu, die im Zweifel der kontrollierende Polizist bezeugt, ist die Fahrerlaubnis ebenfalls für mindestens sechs Monate weg.

Vorsicht: Auch wer „nur“ wiederholt eine Ordnungswidrigkeit durch Fahren unter Alkohol (Verstoß gegen die 0,5-Promille-Grenze) begangen hat, kann seine Fahrerlaubnis quasi durch die Hintertür verlieren: Die Fahrerlaubnisbehörde wird auf den Plan treten und Zweifel an der Fahreignung äußern, mit der Folge, dass eine medizinisch-psychologische-Untersuchung (MPU) zu absolvieren ist. Fällt der Fahrer hier durch, kann er sich von seiner Fahrerlaubnis verabschieden. die Teilnahme an einem gesetzlich verankerten Aufbauseminar für alkoholauffällige Kraftfahrer kann die Voraussetzung für eine Verkürzung oder Abkürzung der Fahrerlaubnissperre geschaffen werden. Im Hinblick auf eine mögliche MPU sollte man zum Nachweis von Alkoholabstinenz so bald wie Möglich mit regelmäßiger Erhebung von Blutwerten („Leberwerte“) beginnen.

Für Fahrten unter Drogeneinwirkung verhält es sich gleich. Sie werden genauso gewertet wie Fahrten unter Alkoholeinfluss. Das entscheidende Kriterium ist die Verkehrsteilnahme in fahruntüchtigem Zustand. Die Drogen müssen im Blut oder im Urin nachgewiesen werden. Und auch wenn man Drogen nimmt, aber nicht unter Drogenwirkung fährt, droht der Führerscheinverlust: Erfährt die Führerscheinstelle vom Drogenkonsum, wird sie in der Regel die Fähigkeit anzweifeln, ein Kraftfahrzeug sicher führen zu können, und eine Medizinisch-Psychologische Untersuchung (MPU) anordnen. Fällt der Fahrer bei dieser Fahreignungsuntersuchung durch, ist der Fahrerlaubnis weg. Bei harten Drogen zweifelt das Amt wegen des Suchtpotentials generell an der Eignung des Betroffenen und entzieht die Fahrerlaubnis sofort. Bei Cannabiskonsumenten genügt es schon, wenn ein regelmäßiger Konsum bekannt wird. Als Betroffener ist es ratsam, sich schon ab dem Vorfall einem sogenannten Drogenscreening zu unterziehen, um für eine spätere Fahreignungsbegutachtung einen Nachweis der Drogenabstinenz zu haben.

Aber auch ein schlichter Verkehrsunfall kann den Führerschein in Gefahr bringen. Zum Beispiel bei Unfallflucht: Entfernt sich der Unfallfahrer, der an einer fremden Sache einen Schaden von mehr als 1.300 Euro verursacht hat, unerlaubt vom Unfallort, hat er schlechte Karten. Gleiches gilt, wenn beim Unfall ein anderer Mensch verletzt wurde. Verurteilt ihn das Gericht deshalb wegen Unfallflucht, ist die Fahrerlaubnis weg. Eine Chance, glimpflicher davon zu kommen, hat man in solchen Fällen, wenn überhaupt, nur mit Hilfe eines versierten Verkehrsrechtsanwalts. Auch nicht motorisierte Verkehrsteilnehmer sind nicht vor dem Verlust der Fahrerlaubnis gefeit. Wird ein Radfahrer und Führerscheininhaber mit mindestens 1,6 Promille ertappt, kann die Führerscheinstelle eine MPU anordnen. Fällt der Radfahrer bei dieser Fahreignungsbegutachtung durch oder verweigert er die Teilnahme, wird ihm die Fahrerlaubnis für Kraftfahrzeuge entzogen. Das gilt übrigens auch für Rollstuhlfahrer.

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Informationen zu diesem Thema gibt es auch auf der Internetseite von Christian Demuth, Düsseldorf, der als Rechtsanwalt in den Bereichen Verkehrsstrafrecht und Verkehrsrecht tätig ist