Fotos: photowahn, Gerhard Seybert, B. Wylezich, Steffen Eichner - alle fotolia.com

Reue und gute Argumente können Führerschein retten


Bedroht ein Fahrverbot die berufliche Existenz, gibt es einen Rettungsanker: § 4 der Bußgeldkatalogverordnung sieht vor, dass von einem Fahrverbot abgesehen oder es gemildert werden kann, wenn im Gegenzug die Geldbuße erhöht wird.

Der Haken ist jedoch, dass das nicht automatisch geschieht. Um Milde zu erhalten, muss genau begründet werden, warum der Betroffene durch das Fahrverbot unverhältnismäßig belastet wird. Wer etwa täglich mehrere Kunden besuchen oder bei verschiedenen Projekten flexibel vor Ort sein muss, hat gute Karten.

Behauptungen alleine reichen allerdings nicht aus: Die Vorlage von Belegen, zum Beispiel des Terminkalenders, ist genauso Grundlage für eine sanftere Gangart der Behörden wie die reumütige Einsicht des Fehlers. Hier kommt es stark auf eine glaubhafte Verteidigung an. Kann der Anwalt zum Beispiel nachvollziehbar darstellen, dass der Betroffene nur einen Augenblick unaufmerksam war und deshalb ein Tempolimit übersehen hat oder bei Rot losgefahren ist, kann das den Führerschein retten.

Hilft auch das nicht, bleibt nur ein Trost: Wer erstmals – oder frühestens nach zwei Jahren erneut – ein Fahrverbot erhält, kann sich innerhalb von vier Monaten ab Rechtskraft der Entscheidung selber aussuchen, wann er das Fahrverbot antritt. In der Praxis absolvieren viele Fahrer dann einen führerscheinlosen Urlaub.