Fotos: photowahn, Gerhard Seybert, B. Wylezich, Steffen Eichner - alle fotolia.com

  • Fahrzeugausrüstung

Das gesamte Fahrzeug muss wintertauglich sein


Die Straßenverkehrsordnung bestimmt, dass bei Kraftfahrzeugen die Ausrüstung an die Wetterverhältnisse anzupassen ist. Schreibt die „Winterreifenpflicht“ Aufziehen von entsprechenden Pneus ab kalendarischem Winteranfang vor oder geht es doch eher um die tatsächlichen Wetterverhältnisse?


Die Vorschrift begründet keine allgemeine „Winterreifenpflicht“, sondern verlangt lediglich „geeignete“ Bereifung für sämtliche wetterbedingt verursachten Straßenverhältnisse. So genügt zwar einerseits M+S-Bereifung (einschließlich Ganzjahresreifen), andererseits wird aber bei einer mehr als fünf Jahre alten Winterbereifung die Eignung wegen der Aushärtung der Gummimischung unter Umständen nicht mehr gegeben sein. Entsprechendes gilt für Winterreifen mit nicht mehr genügender Profiltiefe (unter 4 mm).

Das Gebot beschränkt sich nicht nur auf die Bereifung, sondern bezieht sich auf die gesamte Fahrzeugausrüstung. Auch Fahren mit vereister Scheibe aufgrund eingefrorener Scheibenwaschflüssigkeit ist daher verbotswidrig. Wird man mit unangepasster Fahrzeugausrüstung angetroffen, droht ein Verwarnungsgeld von 20 Euro. Kommt es hierdurch zur Behinderung Anderer, werden 40 Euro und ein Punkt im Verkehrszentralregister verhängt. Eine Missachtung kann ferner schadensersatzrechtliche sowie versicherungsrechtliche Konsequenzen nach sich ziehen.