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  • Geschwindigkeit

Zu lange Leitung eines Blitzers führt zu höherem Toleranzabzug

Das standardisierte Messverfahren bei der Geschwindigkeitsmessung basiert darauf, dass alle Parameter eingehalten werden. Erfolgt dies nicht, können die Messwerte in Zweifel gezogen werden. So hat eine zu lange Leitung zwischen der Bedieneinheit des Geschwindigkeitsmessgerätes Leivtec XV 3 und der Rechnereinheit dazu geführt, dass das Amtsgericht (AG) Zeitz einen deutlich höheren Sicherheitsabschlag als üblich angesetzt hat. Es entschied sich für einen Abschlag von 20 %, wie er für Nachfahr-Messungen mit einem ungeeichten Tachometer herangezogen wird (AG Zeitz, Urteil vom 30.11.2015; Az.: 13 OWi 721 Js 205989/15).

Im konkreten Fall stand fest, dass zum Tatzeitpunkt ein zu langes Kabel zwischen der Bedieneinheit des Messgerätes Leivtec XV 3 und der Rechnereinheit verwendet worden war. Damit lag dem Gericht zufolge kein standardisiertes Messverfahren mehr vor. Das machte die Daten jedoch nicht unverwertbar, sondern das Gericht entschied sich für einen höheren Sicherheitsabschlag. Es legte 20 % zugrunde, wie sie auch bei Nachfahrmessungen ohne geeichte Geräte angenommen werden.

Der Fahrer war mit einer Geschwindigkeit von 77km/h geblitzt worden. Nach Abzug des normalen Toleranzwertes wären noch 74 km/h übriggeblieben. Durch den Abschlag von 20 % sank der Wert auf 64 km/h, was ihm dann nur eine Geldbuße in Höhe des verdoppelten Regelsatzes einbrachte, da er schon mehrfach wegen überhöhter Geschwindigkeit erwischt worden war.