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Betrunkener Fahrgast und die Sorge um eine sauberes Taxi ist für einen Taxifahrer kein Freibrief zum Rasen

Die Angst, dass sich ein betrunkener Fahrgast übergeben muss, ist für einen Taxifahrer kein Freibrief, so schnell wie möglich - und damit schneller als erlaubt - zur nächsten Autobahnausfahrt fahren zu dürfen. Das hat das Oberlandesgericht (OLG) Bamberg einem Taxifahrer bescheinigt, der mit seinem betrunkenen Fahrgast zur Oktoberfestzeit 64 km/h zu schnell unterwegs war.

Hatte das Amtsgericht noch die Meinung vertreten, es gehe um die Sicherheit des Fahrgastes, sah das OLG Bamberg das gänzlich anders. Ihm zufolge ging es dem Taxifahrer lediglich um ein sauberes Fahrzeug. Und dieses Interesse stufte das OLG geringer ein als den Lärmschutz, weswegen auf der Autobahn eine Geschwindikeitsbegrenzung bestand, und als das Interesse der Allgemeinheit an der Einhaltung der Verkehrsregeln.

Die Richter stellten klar, dass ein Taxifahrer gegen seine Interessen handelt, wenn er im Umfeld des Oktoberfestes sichtlich betrunkene Fahrgäste aufnimmt, ohne für die daraus resultierenden Probleme vorgesorgt zu haben. Die Richter empfahlen für diesen Fall Brechtüten, wie sich auch in Flugzeugen für jeden Fluggast vorgehalten werden.

Weitere Informationen rund um zu schnelles Fahren, Blitzer und die Folgen gibt es auch auf der Homepage von Rechtsanwalt Christian Demuth, Düsseldorf, der als Fachanwalt für Strafrecht vor allem im Bereich Verkehrsrecht tätig ist: www.cd-anwaltskanzlei.de