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A9, Garching bei München: Massenhaft ungültige Tempomessungen

Autofahrer, die seit Oktober 2014 an einer Geschwindigkeits-Messstelle auf der A9 geblitzt wurden, dürfen sich freuen. Dort ist über der Autobahn auf Höhe der Stadtgrenze von München eine Blitzanlage installiert, die nicht den Vorschriften entsprach. In einem Einspruchsverfahren wurde ein Sachverständiger eingesetzt, dem ein schwerwiegender Mangel aufgefallen ist: Die vorgeschriebenen Quermarkierungen auf der Fahrbahn fehlten komplett.

Wie es zu diesem Fehler kommen konnte, ist unklar. Die Messstelle war nämlich vom Eichamt München-Traunstein freigegeben worden. Entweder hatte man dort die fehlenden Linien auf dem Asphalt übersehen oder die Farbe der Striche hat sich im Laufe der Zeit abgenutzt (z.B. durch den Winterdienst).

Das Beispiel verdeutlicht einmal mehr, dass eine amtliche Eichung noch lange keinen Garant für die Richtigkeit einer Messung darstellt. Der aktuelle Zustand der Messanlage oder des Messplatzes ist ausschlaggebend. Hier kann es sich lohnen, genauer hinzusehen.   

Übrigens ist dies schon die zweite Pleite der bayerischen Polizei bei der Jagd auf Temposünder binnen kurzer Zeit. Im Jahr 2014 waren zahlreiche ProViDa-Zivilfahrzeuge unterwegs, die eine nicht genormte Gerätekomponente an Bord hatten. Auch hier mussten hunderte Verfahren eingestellt werden.

Bei der stationären Messanlage auf der A9 handelt es sich um den Typ Multanova 6FAFB WVZ.