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  • Handyverstoß

Zeugenaussage der Freundin rettet nicht vor Verurteilung wegen Verstoß gegen das Handyverbot

Die Aussage einer Freundin hilft nicht unbedingt weiter, wenn sie gegen die Aussage von Polizeibeamten steht. So musste eine Frau ein Bußgeld sowie einen Punkt im Flensburger Punkteregister hinnehmen, weil sie während der Fahrt mit dem Handy telefoniert hatte. Konkret ging es um ein Telefonat während eines Staus. Dieses war von zwei Polizeibeamten beobachtet worden. (Amtsgericht München, Urteil vom 15.04.2015, Az.: 912 OWi 416 Js 101706/15).

Die Freundin der Fahrerin hatte vorgebracht, sie habe das Auto während des Staus verlassen, um kurz mit dem Hung Gassi zu gehen. Die Fahrzeuge seien kaum voran gekommen. Sie habe nicht bemerkt, dass ihre Freundin in dieser Zeit ihr Handy benutzt habe. Dem wollte das Amtsgericht jedoch nicht folgen. Es verließ sich lieber auf die Aussagen der Polizeibeamten.

Das Ganze hatte sich in der Münchener Innenstadt abgespielt. Während des Geschehens kam auf der Gengenfahrbahn ein Polizeifahrzeug entgegen. Die beiden Insassen hatten wahrgenommen, dass die Fahrerin ein Handy ans Ohr hielt und offensichtlich auch sprach. Die Frau bemerkte die Polizisten und legte das Handy beiseite. Sie rechnete jedoch nicht damit, dass diese ihr Fahrzeug wenden und ihr hinterherfahren würden. Denn als sich das Polizeifahrzeug wieder auf der Höhe der Frau befand, telefonierte sie wieder.

Nachteilig wirke sich für die Fahrerin nicht nur die sehr detaillierte Schilderung der Beamten aus, sondern auch die Tatsache, dass sie bereits mehrfach gegen das Handyverbot am Steuer verstoßen hatte.