Fotos: photowahn, Gerhard Seybert, B. Wylezich, Steffen Eichner - alle fotolia.com

  • Rechtsanwaltskosten

Rechtsanwaltskosten

Anwaltskosten sind häufig die große Unbekannte


Gerade als mobiler Mensch ist man stetig dem Risiko ausgesetzt, mit Ordnungsbehörden oder der Justiz aneinander zu geraten. Den Wagen unbedacht im Halteverbot geparkt oder die rote Ampel zu spät bemerkt, schon flattert ein Bußgeldbescheid ins Haus. Häufig ist es jedoch nicht damit getan, ein Bußgeld oder eine Strafe einfach zu akzeptieren. So kann etwa der Führerscheinverlust schnell die Existenz gefährden, wenn man beruflich häufig unterwegs ist. In vielen Fällen ist es daher ratsam, sich um anwaltlichen Beistand zu bemühen. Die verkehrsrechtlichen Tatbestände meinen die meisten dabei zu kennen, das Anwaltshonorar ist jedoch oft die große Unbekannte.

Die Grundsätze, nach denen sich die Vergütung richtet, sind allerdings gar nicht so unübersichtlich, wie viele denken. Wird nicht über das Honorar gesprochen, gilt das Rechtsanwaltsvergütungsgesetz (RVG). In privat- beziehungsweise zivilrechtlichen Sachen bestimmt sich die Kostenhöhe nach dem Gegenstandswert. Bei Bußgeld- und Strafverfahren wird nach Entstehung sogenannter Gebührentatbestände abgerechnet. Dazu zählen die Grundgebühr, Verfahrensgebühren für die Tätigkeit bei Polizei, Bußgeldstelle oder Staatsanwaltschaft und gegenüber dem Gericht Termingebühren, die im Wesentlichen für Gerichtsverhandlungen anfallen, sowie eine Zusatzgebühr bei Einstellung oder Erledigung ohne Verhandlungstermin. Die Höhe der jeweiligen Gebühren bestimmt der Anwalt dabei im Einzelfall innerhalb des vorgegebenen Gebührenrahmens nach Umfang und Schwierigkeit der Tätigkeit, Bedeutung der Angelegenheit und den Vermögensverhältnissen des Auftraggebers. Hinzu kommen Kosten für Porto, Kopien, Reisen und Auslagen.

Möchte der Rechtsanwalt eine über die RVG-Gebühren hinausgehende Vergütung verlangen, was speziell in Strafsachen nicht unüblich ist, muss er dies in einer schriftlichen Vergütungsvereinbarung mit dem Mandanten festhalten.

Wer mit einer Honoraraufstellung einmal nicht zufrieden ist oder die Gebühren anzweifelt, kann die Gebührenbestimmung des Anwalts von der Rechtsanwaltskammer überprüfen lassen. In Bußgeldsachen kommen im Schnitt mit Gerichtsverhandlung und Umsatzsteuer rund 700 Euro zusammen, in Strafverfahren sind es zirka 900 Euro. Insofern lohnt sich der Abschluss einer Verkehrsrechtsschutzversicherung, die auch Gerichtskosten und etwaige Sachverständigengutachten bezahlt. Beim ADAC zum Beispiel kostet eine solche 63,20 Euro pro Jahr.