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  • Tötung

Bei illegalen Autorennen droht Gefängnis


Kommt in Folge eines illegalen Autorennens ein Mensch zu Tode, kann der Fahrer, der den Unfall verursacht hat, neben vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs auch wegen fahrlässiger Tötung bestraft werden. Zudem kann davon abgesehen werden, dass die Strafe zur Bewährung ausgesetzt wird. Dies geht aus einem aktuellen Urteil des Bundesgerichtshof (BGH) hervor (Urteil vom 20.11.2008, 4 StR 328/08).

Das Landgericht hatte zwei an so genannten Beschleunigungsrennen beteiligte Fahrer wegen vorsätzlicher Gefährdung des Straßenverkehrs zu einer Freiheitsstrafe von jeweils einem Jahr und sechs Monaten mit Bewährung verurteilt. Ein Beifahrer war zudem wegen Beihilfe zur vorsätzlichen Gefährdung des Straßenverkehrs zu einer Freiheitsstrafe von acht Monaten verurteilt worden - ebenfalls zur Bewährung ausgesetzt. Darüber hinaus mussten allen drei Angeklagten den Führerschein abgeben und es wurde eine Sperrfrist angeordnet.

Die Angeklagten hatten sich im März 2007 mit ihren Autos, einem leistungsgesteigerten VW Golf und einem Porsche Carrera, wiederholt verabredete „Beschleunigungsduelle“ geliefert. Während einem dieser Rennen, bei dem sie mit einem Abstand von lediglich 30 cm mit über 200 km/h auf einer zweispurigen Straße nebeneinander fuhren, geriet einer der Wagen beim Überholen eines unbeteiligten Verkehrsteilnehmers mit den Rädern auf den Grünstreifen und überschlug sich. An den bei diesem Unfall erlittenen Verletzungen war einer der Beifahrer in der Folge verstorben.

Auf die Revisionen der Staatsanwaltschaft und der Nebenklägerin hin verschärften die Karlsruher Richter nun den Schuldspruch. Da infolge der Raserei ein Mensch ums Leben gekommen war, sprach der Senat die beiden Raser zudem auch wegen fahrlässiger Tötung für schuldig. Die Sache wurde zur neuen Entscheidung über die zu verhängende Strafe an das Landgericht zurückverwiesen.

Die Zurückverweisung verband der BGH im Hinblick auf die Frage der Strafaussetzung zur Bewährung auch mit dem Hinweis, dass von der Strafe eine abschreckende Wirkung für die Allgemeinheit ausgehen müsse. Für die beiden angeklagten Fahrer bedeutet dies, dass sie nun sogar einen Vollzug der Haftstrafe befürchten müssen.