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  • Verkehrsgefährdung

Müdigkeit hinterm Steuer kann teuer werden


Wer hinter dem Steuer einschläft und einen Unfall baut, macht sich nur dann strafbar, wenn er die Anzeichen von Müdigkeit zuvor bewusst ignoriert hat. Das muss ihm jedoch nachgewiesen werden.

Das Herbeiführen eines Verkehrsunfalls, etwa durch ein „Einnicken“ des Fahrers am Steuer, begründet den Vorwurf eines leichtfertigen Handelns nur dann, wenn sich der Fahrer bewusst über von ihm erkannte deutliche Zeichen einer Übermüdung hinweggesetzt hat (BGH AZ.: I ZR 166/04). Ein Fahrer muss sich also immer dann ein grob fahrlässiges Handeln zuschreiben lassen, wenn feststeht, dass sich der Betroffene über seine verminderte Fahrtauglichkeit und die damit verbundenen Folgen im Klaren war und diese absichtlich missachtet hat.

Gemäß § 315 c StGB (Gefährdung des Straßenverkehrs) kann sich dabei jeder Fahrer strafbar machen, der infolge körperlicher oder geistiger Mängel nicht in der Lage ist, sein Fahrzeug sicher zu führen - zumindest insofern er hierdurch andere Menschen oder Sachen von bedeutendem Wert gefährdet. Dabei muss jedoch außerdem eindeutig feststehen, dass der körperliche Mangel - beispielsweise Ermüdung - auch tatsächlich die Ursache für den Fahrfehler gewesen ist. Kann dies nicht nachgewiesen werden, hat der Fahrzeugführer - zumindest hinsichtlich eines grob fahrlässigen Verhaltens - auch nichts zu befürchten.

Daran, dass die Strafverfolgungsbehörden den Nachweis für das grob fahrlässige Handeln des Betroffenen erbringen müssen, zeigt sich, wie wichtig es ist, von seinem Schweigerecht Gebrauch zu machen. So entgeht man der Gefahr, sich durch Angaben zum Unfallhergang selber zu belasten. In jedem Fall sollte jedoch ein Strafverteidiger eingeschaltet werden.